Myanmar – Alles was du wissen musst

In diesem Beitrag geht es um all die Fragen hinter einer Reise. Wieviel kostet ein Monat in Myanmar? Was sind die besten Hotels? Wieviel kostet das Essen? Was gibt es wo zu sehen / zu tun? Und die beantworte ich hier. Außerdem stelle ich euch unser Highlight in Myanmar vor. In meinem zweiten Myanmar Artikel zeige ich dir unsere Route. Diesen findest du hier.

Visum

Es gibt zwei Möglichkeiten an ein Visum für Myanmar zu gelangen: das eVisum oder die Beantragung über die Botschaft in Berlin.

Wir entschieden uns für das eVisum, welches deutsche, österreichische und schweizer BürgerInnen ganz einfach auf der Internetseite der „Ministry of Immigration and Population of Myanmar“ beantragen kannst. Das Touristenvisum kostet derzeit 50 USD bei einem Aufenthalt von 28 Tagen. Die Bearbeitungsdauer wird mit 7 Tagen angegeben und das Visum verfällt nach 90 Tagen.

Alternativ kannst du dein Visum auch über die Botschaft in Berlin (deutsche und österreicherreichische BürgerInnen) oder beim Generalkonsulat in Genf erwerben. Dies solltest du spätestens vier Wochen vor der Reise  beantragen.

Von A nach B

Myanmar ist groß, zumindest größer als die Länder, wo wir bisher waren und zudem sind die Straßen nicht unbedingt im besten Zustand. Zumindest teilweise, denn überall wird an großen neuen Straßen gearbeitet und die klassische Route zwischen Yangon – Bagan – Mandalay und dem Inle See ist gut ausgebaut.

Unser erster Stopp nach Yangon führte uns nach Mrauk U, in ein weniger angebundenes Gebiet. Zwar kann man mittlerweile sogar mit dem Bus von Yangon fahren, dieser benötigt für die Strecke allerdings fast 24 Stunden. Dies ist zwar die günstigere Alternative, wir wählten jedoch den bequemeren Weg mittels Flugzeug nach Sittwe und anschließend per Fähre nach Mrauk U. Zeit in Bussen sollten wir noch genug verbringen.

So etwa gleich bei der Weiterfahrt nach Bagan. Bisher gibt es keine direkte Verbindung von Mrauk U nach Bagan und sowohl unser Reiseführer als auch andere Reiseblogger machten uns etwas Angst. Hier heißt es die Fahrt dauert 22 Stunden. Auch ein anderer Tourist aus unserem Hotel hat diesen Weg gewählt und fuhr die ganze Nacht über teils schlechte und steile Bergstraßen. In unserem Hotel erzählten sie ebenfalls, dass wir mehr als 20 Stunden unterwegs sein würden. Aber wir konnten es nicht ändern und stiegen so mit gemischten Gefühlen am Morgen mit zwei Stunden Verspätung in den Bus. Dieser war zumindest modern und man bekam gratis Wasser. Mit ein paar Pausen und Grenzkontrollen kamen wir etwa 10 Stunden später in dem kleinen Ort Kyaukpadaung nahe Bagan an. Hier hatten wir die Wahl, ob wir den Bus, der hier von Mandalay aus um 03:00 in der Nacht vorbeikommt, nehmen wollen oder mit einem Taxi bis Bagan fahren. Da die Fahrt 10 EUR pro Person bei vier Leuten kostete (zwei andere Touristen waren auch hier gestrandet) entschieden wir uns für das Taxi. Wir nahmen auf einem Tuk Tuk ohne Bänken bequem auf der großen Ladefläche Platz und kamen eine Stunde später im Hotel in Bagan an.

Tipp: Nicht wundern, wenn dir bei der Grenzkontrolle der Pass vom Busfahrer abgenommen wird und du ihn erst ein paar Stunden später, nach der zweiten Kontrolle, wieder bekommst. Du solltest für diese Fahrt allerdings halbwegs schwindelfrei sein, denn gefahren wird ausschließlich auf einer kurvenreichen Bergstrecke. Die Einheimischen sind es definitiv nicht – daher Kopfhörer oder Ohropax nicht vergessen!

Auch nicht wirklich bequemer war die Fahrt von Bagan nach Kalaw. Der letzte Bus fährt hier bereits um 20:00 ab und erreicht Kalaw 6-7 Stunden später. Natürlich kannst du dir ein Hotel nehmen und bekommst so noch ein paar Stunden Schlaf, falls du das Trekking gleich am nächsten Morgen starten möchtest. Wir entschieden uns jedoch dagegen und verbrachten die Nacht in einem Teeshop gleich über der Straße. Dieser ist die zentrale Anlaufstelle für alle Touristen, die in der Nacht ankommen. Wir machten es uns auf den Rucksäcken bequem und ich schlief sogar ein paar Stunden. Robert schaute die Fußball Champions League, die hier sogar übertragen wurde.

Vom Inle See nach Mandalay ging es im bequemen Nachtbus. Dieser fährt um 21:00 los und erreicht am frühen Morgen Mandalay. Wasser, Zahnbürste und Energy Drinks inbegriffen.

Auch von Mandalay nach Mawlamyine fuhren wir mit einem modernen Bus über Nacht.

Zwischen Mawlamyine und Hpa An würden wir auf jeden Fall das Boot empfehlen. Dieses buchten wir einfach über unser Hotel. Die Fahrt startet um 08:00.

Von Hpa An fuhren wir weiter auf den goldenen Felsen. Hierfür ging es zuerst mit dem Bus nach Kyaiktiyo und anschließend mit dem Tuk Tuk nach Kinpun, dem Startpunkt der LKWs. Mit diesem fuhren wir schließlich auf den Berg hinauf.

Die Tickets mussten wir nie im Vorhinein ausstellen lassen und meistens konnten wir direkt im Hotel bezahlen. Du hast meist die Wahl zwischen großen Reisebussen mit 4 Plätzen pro Reihe oder kleineren teureren Bussen mit mehr Freiraum.

Unsere Unterkünfte

Die Preise verstehen sich pro Nacht und Doppelzimmer.

Yangon: Hotel Wai Wai Place – saubere Unterkunft etwas abseits vom Zentrum, sehr nette und hilfsbereite Gastgeber / 33 € mit eigenem, jedoch externem Bad

Sittwe: Motel Shwe Myint Mho – sehr einfaches Hotel, für eine Nacht ausreichend, sehr nette Besitzer (wir bekamen das Frühstück zum mitnehmen) / 28 €

Mrauk U: Prince Hotel – nettes Hotel mit fantastischem Essen, die meisten Zimmer haben auch eine eigene Terrasse / 40 €

Bagan: Motel Zein – super sauberes und schönes Hotel, sehr gutes und ausgiebiges Frühstücksbuffet, sehr freundliches und hilfsbereites Personal, E-Scooter können direkt hier gemietet werden / 33 €

Inle See: Inle Inn – ausgezeichnetes Hotel in Nyaung Shwe, freundliches Personal, gutes Frühstück und sehr schöne Zimmer / 37 €

Mandalay: Hotel 8 – auch wieder ein sehr gutes Hotel, Personal war ausgesprochen freundlich und hilfsbereit, Frühstücksbuffet, gratis Fahrräder / 26,50 €

Mawlamyine: Cinderella Hotel –  wurde überall sehr gelobt, ausgesprochen guter Service, passt jedoch nicht so ganz hierher, sehr schönes Lokal und ausgezeichnetes Essen, Touren können direkt hier gebucht werden / 50 €

Hpa An: Galaxy Motel – sehr einfaches Motel, für ein paar Tage vollkommen ausreichend, freundliches und hilfsbereites Personal, bieten Touren zu den Höhlen an und vermieten Scooter /  20 €

Goldener Felsen: Mountain Top Hotel – für den Preis eigentlich sehr einfache Zimmer, jedoch völlig ausreichend, wunderschöner Ausblick direkt vom Bett, sehr gutes Frühstück und ausgesprochen freundliches Personal / 100 €

Myanmar Golden Rock Sonnenaufgang aus dem Bett genießen

Essen und Trinken

Myanmars Speisen sind je nach Region sehr unterschiedlich, da es sehr viele unterschiedliche Volksgruppen in diesem Land gibt. Die einzigen Gerichte, welche überall zu finden sind, sind gebratene Nudeln und gebratener Reis.

Sonst gibt es sehr oft Currys in allen möglichen Variationen und auch sehr viele indische Lokale mit ausgezeichnetem Essen (In Nyaung Shwe können wir das Taj Mahal wärmstens empfehlen!).

Leitungswasser ist nicht trinkbar und daher sollte stets auf abgepacktes Wasser zurückgegriffen werden.

Erschreck dich nicht, wenn du alle Leute aus Plastiksackerln trinken siehst und auch am Ende mit deinem Zuckerrohrsaft im Sackerl dastehst. Gut für die Umwelt ist dies auf keinen Fall, jedoch gibt es in den meisten Läden Säfte nur in Glasflaschen und damit man diese nicht mitnimmt, wird der Inhalt kurzerhand ins Plastiksackerl gefüllt.

Auch Bier ist überall erhältlich, meist jedoch nur die viel leichteren lokalen Marken.

Die besten Speisen hatten wir auf unserem Trekking von Kalaw zum Inle See. Wir hatten stets einen Koch dabei, welcher immer vorfuhr und das Essen vorbereitete.

Heißluftballonfahrt über Bagan

Lange, fast schon zu lange, überlegten wir ob wir uns dieses Erlebnis leisten wollten. Anfangs war es nur mein Traum und ich hatte nie daran gedacht, dass wir es tatsächlich wagen würden. Ich brauchte auch etwas um Robert zu überzeugen, doch schlussendlich war es definitiv die richtige Entscheidung, denn uns war klar, dass wir vermutlich nicht wieder kommen würden.

Natürlich ist der Preis von 330 EUR kein Schnäppchen, nachdem die Fahrt nur 45-60 Minuten dauert.

Du hast insgesamt die Wahl zwischen drei Anbietern. Der Pionier ist Balloons over Bagan, die bereits 1999 mit ihren Flügen über die Tempel starteten. Zu ihren roten Ballons kamen dann auch die grünen von Oriental Ballooning und die gelben von Golden Eagle hinzu.

Die Preisunterschiede sind dabei nicht sonderlich groß. Balloons over Bagan kosten im Ballon mit 16 Leuten 330 USD und mit 8 Personen 390 USD. Oriental Ballooning bietet lediglich Flüge mit 8 Passagieren und verlangt hier 395 USD. Golden Eagle bietet Kabinen mit 12 Personen um 320 USD und mit 8 Passagieren um 380 USD. Passagiere, die über 125 kg wiegen, müssen den doppelten Preis zahlen.

Uns wurde die Wahl abgenommen, da wir einfach zu spät dran waren und nur noch Plätze bei Oriental Ballooning vorhanden waren. Am Ende waren wir sehr glücklich in einem Ballon mit nur 8 Passagieren zu stehen, da man so auf jeden Fall einen ausgezeichneten Ausblick hat.

Die Prozedur ist bei allen ähnlich. Um 5 Uhr etwa wirst du vom Hotel abgeholt und zum Startplatz gefahren. Dort erhältst du Tee und Kuchen. Anschließend werden die Passagiere den Piloten zugeteilt. Nun kann man (außer bei Golden Eagle) beim Aufblasen der Ballons zuschauen und bekommt anschließend eine kleine Einschulung. Dann geht es auch schon in den Korb und ab in die Luft. Warum manche Ballons früher als andere landen, wissen wir nicht. Unser Pilot jedenfalls hielt uns insgesamt 70 Minuten oben. Nach der Landung, welche über Funk mit der Bodenmannschaft koordiniert wird, erwarteten uns Champagner, Obst und Urkunden.

Dieser Flug war das definitive Highlight unserer Reise und wir werden den Preis nie bereuen! Wenn du selbst noch unsicher bist, habe ich hier Bilder ausgewählt, welche dir vielleicht helfen werden.

Kosten

Insgesamt waren wir 27 Tage unterwegs.

Die Währung in Myanmar heißt Kyat. 1600 Kyat entsprechen etwa einem Euro. Da Myanmar in den letzten Jahren immer beliebter wurde, stiegen die Preise sehr schnell an. Gerade im Februar, wo wir unterwegs waren, sind die Preise nochmals höher, da hier Hauptsaison ist. Im Vorhinein habe ich überall gelesen, dass man die Hotels früh reservieren muss und das auch so gemacht. Leider konnte man damals die meisten Hotels nicht kurzfristig stornieren und so ist man dann ziemlich an den Zeitplan gebunden.

Unsere Kosten im Überblick:

  • Hotels: fast 400 EUR pro Person für 21 Nächte (entspricht ca. 20 EUR pro Person und Nacht)
  • Essen: 10 000 Kyat pro Mahlzeit pro Person
  • Eintritt Shwedagon Pagode: 8 000 Kyat pro Person
  • Boot nach Mrauk U: 14 000 Kyat pro Person
  • Eintritt Mrauk U: 5 000 Kyat – Ticket ist eine Woche lang gültig
  • Bus nach Bagan (bzw. kurz vor Bagan): 25 000 Kyat pro Person
  • Eintritt Bagan: 25 000 Kyat pro Person – Ticket ist 5 Tage gültig
  • E-Scooter pro Tag: 15 000 Kyat – kann zu zweit benutzt werden
  • Bus nach Kalaw: 11 000 Kyat pro Person
  • 3-Tages-Trekking von Kalaw zum Inle See: 67 500 Kyat pro Person – Essen, Übernachtungen, Boot alles inkludiert
  • Ganztagesausflug auf den Inle See: 20 000 Kyat pro Boot
  • Halbtagesausflug Inle See nach Indein und zum Wochenmarkt: 15 000 Kyat pro Boot
  • Bus nach Mandalay: 15 000 Kyat pro Person
  • Eintritte Mandalay: 10 000 Kyat pro Person
  • Eintritt Mingun: 2 000 Kyat pro Person
  • Boot nach Mingun: 5 000 Kyat pro Person
  • Tagesausflug Sagaing-Inwa-Amarapura: etwa 75 000 Kyat pro Person
  • Bus nach Mawlamyine: 30 000 Kyat pro Person
  • Halbtagesausflug Mawlamyine: 9 000 Kyat pro Person
  • Boot nach Hpa An: 10 000 Kyat pro Person
  • Höhlentour: 5 000 Kyat pro Person

Ich habe, so gut ich es mir notiert hatte, hier alles zusammengefasst. Lediglich die Auffahrt zum goldenen Felsen fehlt. Waren meiner Erinnerung nach jedoch nur ein paar Euro.

Auch am Kandawgy Park wird manchmal Geld verlangt. Hier kann man mit 2 000 Kyat rechnen.

Zusammengerechnet haben wir etwa 50 000 Kyat pro Person für Eintritte bezahlt. Für den Transfer haben wir gesamt etwa 100 000 Kyat pro Person bezahlt. Für die ganzen Ausflüge, den Scooter sowie das Trekking haben wir in Summe etwa 200 000 Kyat pro Person bezahlt.

Flüge kamen auf 670 EUR pro Person für die internationalen Flüge und 82 EUR pro Person für den Inlandsflug.

Insgesamt haben wir 1 700 EUR abgehoben, was etwa 850 EUR pro Person entspricht. Rechnet man hier noch die Flüge dazu kommen wir auf etwa 1.600 EUR pro Person.

Nicht miteinberechnet bisher ist der größte Brocken von 395 USD (etwa 330 EUR) für den Heißluftballonflug. Wir haben sehr lange überlegt ob wir denn wirklich so viel Geld dafür ausgeben wollen und schließlich hätten wir auch fast keine Wahl mehr gehabt, da alle Agenturen mit Ausnahme von Oriental Balloning bereits ausgebucht waren.

Wir waren in Myanmar mit dem Reiseführer von Stefan Loose unterwegs und sind damit gut zurecht gekommen. Da Myanmar gerade einen großen Umschwung erlebt, sind jedoch gerade die Teile mit den Verbindungen zwischen den einzelnen Orten nicht immer auf dem richtigen Stand. Hier fragst du am besten beim Hotel nach.

Hast du sonst noch Fragen oder ist eine Information nicht mehr aktuell? Hinterlasse einen Kommentar oder schreib mir eine Nachricht.

Myanmar Mrauk U Blick von der Shwetaung Pagode am Morgen

 

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