Nicaragua und Costa Rica – Reiseroute

Sechzehn Tage, zwei Länder, Natur, Kultur, Ruhe und Erlebnisse, das alles sollte auf dieser Reise unterzubringen sein. Robert kam von einer Amerika Rundreise mit seiner Familie und ich sollte zwei Wochen später in Los Angeles meine Freundinnen treffen. Die Zeit dazwischen wollten wir in Mittelamerika verbringen. Schnell standen Nicaragua und Costa Rica als Ziele fest und die Flüge nach Managua und von San José wurden gebucht.

Vom Flughafen in Managua geht es für uns gleich nach Las Peñitas, einem kleinen Ort an der Pazifikküste, nur etwa 20 km von León entfernt. Hier verbringen wir die ersten vier Nächte im El Belga Loco. Dieses Hotel, welches direkt am Strand liegt, wird von einem belgischen Ehepaar geführt, ist sehr sauber und besitzt einen netten kleinen Pool. Ein weiterer Pluspunkt sind die bequemen Hängematten, die im ganzen Garten hängen.

Da die Wellen immer sehr hoch sind, fiel unser Plan surfen zu gehen ins Wasser. Wir sind beide absolute Anfänger und verbringen die Zeit daher abwechselnd im Pool und am Strand. Während es untertags meist sonnig ist, gibt es am Abend immer einen heftigen Regen.

Während der Regenzeit im Sommer fällt hier auch ab und zu der Strom aus. Meist regnet es jedoch nur für ein paar Stunden am Abend.

Weiter geht es mit dem Bus nach León. Bereits am Nachmittag, statt ursprünglich für den nächsten Vormittag geplant, schließen wir uns einer Vulkan Boarding Tour an. Nachdem alle Personen in Jeeps untergebracht sind geht es zum Cerro Negro, einem aktiven Vulkan. Auf diesen geht es mit Board unterm Arm und Ausrüstung in einem Beutel auf dem Rücken erstmal zu Fuß hinauf. Unterwegs werden immer wieder Stopps für Fotos eingelegt.

Oben angekommen gibt es noch ein kleines Fotoshooting bevor wir die Anzüge anziehen, die Brillen aufsetzen und die Handschuhe sowie ein Tuch überziehen. Nun geht es der Reihe nach den Vulkan hinunter. Während manche gemütlich unterwegs sind, stellte unser Guide wohl einen neuen Speedrekord auf.

Manche Unternehmen wie Bigfoot Hostel messen die Zeit, Volcano Day verzichtet darauf, da es schon öfter zu Unfällen gekommen ist. So kam jeder in seinem eigenen Tempo  heil unten an.

Die Touren starten jeden Tag um 8:00 und um 14:00 und dauern etwa vier Stunden.

Am nächsten Tag erkunden wir die Straßen von León und besichtigten die Kathedrale. León hat eine kolonial geprägte Altstadt, einige Kirchen, aber auch sehr viele Graffitis zu bieten. Der Geist der Revolution ist hier noch deutlich spürbar.

Unser Tipp: einen Smoothie bei Jugoso direkt am Hauptplatz trinken und bei La Cucaracha eine Bohnensuppe essen. Das La Cucaracha ist kein Touristenlokal, es wird nur Spanisch (oder Zeichensprache) gesprochen, die Suppe ist köstlich und super groß sowie sehr sehr günstig. Für uns das beste Lokal der ganzen Reise.

Am Nachmittag fahren wir bereits weiter nach Granada. Hier geht es am Abend noch hinauf auf den Kirchturm, von dem man einen wunderschönen Ausblick über die Stadt und auf die Kathedrale hat. Hier unsere Eindrücke vom sehr bunten und sehr touristischen Granada. Gerade auf der Hauptstraße ist alles auf die Wünsche der (Pauschal-)Touristen angepasst.

Die Stadt dient uns als Ausgangspunkt für diverse Besichtigungen in der Umgebung. So fahren wir am insgesamt sechsten Tag unserer Reise mit dem Bus zu den Pueblos Blancos, den weißen Dörfern. Weiß sind diese zwar nicht, zumindest die, durch die wir durchgekommen sind, nett ist es trotzdem.

Zuerst fahren wir nach Catarina, von wo aus man einen wunderschönen Blick auf die Laguna de Apoyo hat. Anschließend schlendern wir durch den Ort selbst und durch den Nachbarort San Juan del Oriente. Hier gibt es zahlreiche Souvenirshops sowie Keramikhersteller, für welche die Orte bekannt sind.

Den siebten Tag verbringen wir in Masaya. Hier fährt ebenfalls ein Bus hin. Den restlichen Weg zum Markt kannst du entweder mit einem weiteren Bus fahren oder zu Fuß zurücklegen. Gehzeit etwa fünfzehn Minuten. Wir hatten im Vorfeld sehr ausgebig über den Markt in Masaya recherchiert. Die Meinungen könnten nicht unterschiedlicher sein. Manche finden ihn schrecklich, andere schwärmen regelrecht davon.

Unser Fazit: reine Touristenfalle. Die gleichen Produkte sind an jedem Stand und in großer Menge zu finden. Wer gerne ein 0815 Souvenir mitnehmen möchte, ist hier gut aufgehoben. Wer jedoch nach ausgefallenen oder individuellen Souvenirs sucht, verzweifelt.

Am Abend geht es für uns nochmals nach Masaya, diesmal allerdings mit einer Tour auf den Vulkan hinauf. Auch hier hatten wir lange überlegt und uns im Endeffekt für eine Nachttour entschieden, da es keinen Bus auf den Vulkan hinauf gibt. Für uns hat sich der Blick in einen aktiven Vulkan auf jeden Fall ausgezahlt. Man kann sogar Lava erblicken. Die Zeit oben auf dem Vulkan ist auf knapp über zehn Minuten beschränkt. Zum einen aufgrund des sehr großen Andrangs, zum anderen aufgrund der giftigen Dämpfe.

Den folgenden Tag nutzen wir für einen Ausflug zur Laguna de Apoyo. Auch hier entscheiden wir uns am Ende für eine organisierte Tour, da uns alle davon abrieten hier mit dem Bus hinzufahren. Direkt fährt kein Bus und beim Umstieg verpasst oder wartet man oft sehr lange. Sei’s drum. Für 15 EUR werden wir zum Hostel Paradiso gebracht, welches direkt am See liegt. Die Tubes sowie die Kayaks stehen einem kostenlos zur Verfügung.

Am nächsten Tag verlassen wir Granada in Richtung Ometepe. Leider musste aufgrund des niedrigen Wasserstands des Nicaraguasees der direkte Fährverkehr von Granada aus bereits vor einiger Zeit eingestellt werden. So geht es zuerst mit dem Bus nach Rivas und von dort mit dem Taxi oder Kleinbus weiter nach San Jorge.

Achtung: gerade Touristen werden hier oft in Taxis zu höheren Preisen gelockt!

In San Jorge fahren regelmässig Schiffe nach Moyogalpa oder San José del Sur auf Ometepe. Uns wurde von einer Mitreisenden empfohlen unbedingt die staatliche Fähre und kein privates Boot zu nehmen, da sie selbst schlechte Erfahrungen damit gemacht hatte. Wir waren verwundert wie viele Autos und vollbeladene LKWs auf die Fähre passen. Auf der Hinfahrt kamen etwa 20 Pferde mit und auf der Rückfahrt 1000 Bananen.

Nach einer Stunde Fahrt geht uns nun nur noch ins Hotel. Auf Ometepe gibt es zahlreiche sehr schöne Hotels sowie Farmen in den Bergen, doch hierzu fehlt uns leider die Zeit und wir entscheiden uns daher direkt in Moyagalpa zu bleiben.

Für den nächsten Tag borgen wir uns ein Quad aus, da die Busse nur sehr selten fahren und wir in Myanmar mit einem Moped nicht so gute Erfahrungen gemacht haben. Das war eine sehr gute Entscheidung, da wir so ohne Probleme auch zum Wasserfall San Ramón kamen. Es gibt zwar auch Leute, die den Weg mit Mopeds wagen, doch die Wege sind unbefestigt und teilweise auch mit dem Quad schwierig zu befahren. Ein weiterer Vorteil ist, dass man mit dem Quad auch die ersten beiden der vier Kilometer hinauf fahren darf.

Zu Fuß geht es anschließend noch etwa eine Stunde hinauf, wobei man hier auch immer wieder einen Fluss kreuzt. Ein sehr schöner Weg und der Aufstieg wird belohnt! Allerdings ist man hier wohl nie alleine, da eine Menge Touristen den gleichen Plan hat.

Weiter geht es für uns zunächst an den Strand und am Abend zum El Zopilote. Diese Farm, Hostel, Bar, … wurde uns von anderen Reisenden empfohlen. Hier gibt es jeden Dienstag und Samstag einen Pizzaabend. Zurück ins Hotel geht es anschließend mit dem Quad zwei Stunden lang durch den strömenden Regen .

Bereits am nächsten Morgen, unserem elften Tag, müssen wir Ometepe wieder verlassen, denn heute wollen wir bis La Fortuna in Costa Rica kommen. Wir waren uns bis zuletzt nicht sicher, ob diese Reise an einem Tag machbar ist, doch wir wollten es probieren. Zuerst geht es mit der ersten Fähre um 06:00 morgens zurück nach San Jorge, von dort nach Rivas und von hier weiter mit dem Bus bis zur Grenze bei Peñas Blancas.

Dort überqueren wir die Grenze ohne besondere Zwischenfälle und nehmen schließlich den Bus nach La Cruz um 9:00. Von dort geht es nach Upala und hier weiter nach El Tanque. Nach einem weiteren Umstieg sind wir endlich in La Fortuna.

Auch die Hotelbesitzer sind verwundert als wir bereits um kurz nach vier im Hotel eintreffen. Normalerweise kommen Gäste aus Nicaragua nie vor acht an. Am Abend schauen wir uns noch etwas in La Fortuna um, doch viel gibt es hier nicht zu sehen.

An Tag zwölf entscheiden wir uns zu einer Wanderung entlang des Arenal 1968.  Das Arenal 1968 erstreckt sich über die beim Ausbruch 1968 entstandenen Lavafelder und bietet zahlreiche Ausblicke auf den Vulkan Arenal selbst. Der eigentliche Eintritt beziehungsweise die Touren direkt im Nationalpark Vulkan Arenal sprechen uns nicht an. Hier gibt es die Möglichkeit Touren um den Vulkan Arenal zu unternehmen oder den Cerro Chato zu besteigen. Bei dieser sehr anstrengenden Wanderung gelangt man am Ende auf den erloschenen Vulkan, in welchem sich ein See gebildet hat. Um zum Gelände zu gelangen, muss man eine Stunde von der Busstation marschieren oder ein Taxi nehmen.

Um zum Arenal 1968 zu gelangen musst du zuerst ebenfalls den Bus nehmen. Du wirst beim Zugang zum Nationalpark rausgelassen und folgst dann der Straße für eine halbe Stunde. Bei einem kleinen Kassenhäuschen bekommst du eine Karte und alle notwendigen Informationen für die Wanderungen im Areal. Du kannst hier getrost auf einen Guide verzichten, da die Wege sehr gut beschriftet sind.

An diesem Tag wollen wir auch noch zu den heißen Quellen und da die Busse aber nur sehr selten fahren, haben wir Glück und werden von einem netten Pärchen aus den Niederlanden mitgenommen. Auch zurück nach La Fortuna fahren wir wieder mit einem Pärchen, diesmal aus Spanien mit. In Costa Rica ist der Großteil der Touristen (zurecht) mit dem Mietauto unterwegs.

Im vom Vulkan erhitzten Fluss gibt es viele kleine Becken in denen man gemütlich entspannen kann. Es gibt diverse Hotels, die Tagesangebote für ihre heißen Quellen bieten. Hierbei handelt es sich um luxuriöse Resorts mit eigenen Thermalbecken. Wer für das warme Wasser keinen Eintritt zahlen möchte, kann es sich im frei zugänglichen Fluss bequem machen. Diese „free Hot Springs“ befinden sich gegenüber der Tabacon Hot Springs.

Man sieht überall Kerzenreste und abends sind hier auch sehr viele Einheimische. Da man seine Sachen aber nirgendwo verschließen kann, würden wir eher zu einem Besuch untertags raten. Der letzte Bus fährt zudem um 16:00 zurück nach La Fortuna.

Nicaragua: La Fortuna heiße Quellen

Von La Fortuna geht es schließlich weiter nach Monteverde. Hier wählen wir die Variante des Jeep-Boot-Jeep, sprich man wird von einem Kleinbus beim Hotel abgeholt, dann folgt eine Fährenfahrt über den Arenalsee und anschließend wird man auf der anderen Seite in Kleinbusse verteilt, die einen direkt zum Hotel in Monteverde oder Santa Elena bringen. Das ganze dauert etwa 3 Stunden. Alternativ kannst du auch mit den lokalen Bussen fahren. Hier benötigst du allerdings an die 8 Stunden, da du den Umweg um den See nehmen musst.

Unser Hotel für die nächsten beiden Nächte ist das Monteverde Inn. Dieses Hotel liegt etwas außerhalb von Santa Elena in einem eigenen Naturreservat. Als Gast darf man die Wege im Reservat kostenfrei benutzen.

Am vierzehnten Tag unserer Reise geht es zuerst in den Cloud Forest. Hier kommt man bequem aus Santa Elena mit dem Bus hin und kann zwischen diversen Wegen wählen. Mit etwas Glück oder einer geführten Tour kann man auch Tiere erblicken. Wir haben das Glück an einer Gruppe mit Guide vorbeizukommen, die gerade ein Faultier erspäht hat. Dieses hätten wir alleine nie entdeckt.

Am Nachmittag wartet dann noch das letzte Highlight auf uns. Wir haben uns für die 100% Aventura Canopy Tour entschieden. Hier geht es über verschiedene Ziplines bis hin zu einem sogenannten Tarzan Swing. Die Flying Foxes und Superman Ziplines, bei welchen man auf dem Bauch schwebt, bieten einen sehr schönen Blick über den Regenwald unter einem. Beim Tarzan Swing springt man in die Tiefe und pendelt anschließend noch ein paar Mal hin und her.

Am nächsten Tag geht es weiter nach San José, von wo aus wir schließlich weiterfliegen.

Fragen rund um Geld, Transport und Unterkünfte beantworte ich hier.

Solltest du noch Fragen haben, freue ich mich auf deine Nachricht oder deinen Kommentar.

Nicaragua: Aussichtsturm El Zopilote

 

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