USA_Yosemite Bäume

USA Westküste – Alles was du für deinen Roadtrip wissen musst

In diesem Artikel habe ich alle wichtigen Fragen und Antworten rund um unseren Roadtrip zusammengestellt. Beginnend mit der Frage ob ein Auto oder ein Camper besser geeignet wäre, über die Vorbereitung der Route bis hin zu der Frage wie lange man an welchem Ort braucht und wie lang die Fahrtzeiten dazwischen sind. Weiters habe ich unsere Hotels und Campingplätze hier nochmals aufgelistet und eine Packliste erstellt.

Auto oder Camper?

Wir haben hier lang hin und her überlegt, die Preise verglichen und uns schließlich für die Variante mit Auto und Zelt entschieden. Dies hatte mehrere Gründe. Zum einen war der Preis für ein Wohnmobil (egal welche Größe) für uns nicht erschwinglich, zudem hier auch noch Jungfahrergebühren anfielen, die unser Budget gesprengt hätten.

Wir schauten diverse Anbieter durch und entschieden uns schließlich für (eine Miete eines) einen Jeep Grand Cherokees über STA Travel. Diese arbeiten mit Sunny Car zusammen und hier kostete uns das Auto für insgesamt 21 Tage 1855 EUR (inklusive aller Gebühren und Versicherungen). 18 EUR kamen noch für die Buchung über STA hinzu.

Wir waren am Ende richtig froh die Variante über STA genommen zu haben, da wir uns hier sicher sein konnten, dass alle Gebühren wirklich inbegriffen sind, die richtige Versicherung dabei ist und wir super freundliche Ansprechpartner hatten.

Ich würde für eine Gruppe von vier Personen mit Gepäck und Campingausrüstung auf jeden Fall die größere Kategorie, also in unserem Fall Jeep Grand Cherokee oder vergleichbar, empfehlen.

ESTA/Visa

Am einfachsten ist die Beantragung des ESTAs ganz einfach online. Hier gibt man seine Daten ein und erhält nach ein paar Tagen eine E-Mail mit der ESTA Bestätigung. Diese druckst du dir aus und gehst damit am Flughafen zum Schalter. Das ESTA gilt normalerweise für zwei Jahre und kostet 14 USD.

ACHTUNG: es gibt im Internet sehr viele Seiten, die mit dem ESTA werben und bis zu 80 EUR verlangen. Ich habe oben die echte Seite verlinkt!

Solltest du ein Visum brauchen, bleibt dir der Weg zur Botschaft nicht erspart.

Am Flughafen gibt es je nachdem wo du landest entweder Automaten, die dich nach deiner ESTA Nummer und anderen Informationen fragen und ein Foto machen oder einen normalen Schalter. Bei den Automaten erhältst du einen Ausdruck und legst diesen zusammen mit deinem Reisepass einem Grenzbeamten vor. Meistens werden noch kurz ein paar Fragen über Aufenthaltsdauer und Aufenthaltsgründe gestellt.

Ausrüstung

Nun zu einem zentralen Punkt in der Reisevorbereitung. Was muss denn eigentlich alles in den Koffer/Rucksack?

Da wir Zelten wollten, hatten wir hier unsere Zelte aus Wien mit dabei. Da wir sonst nicht viel Gewand oder Ausrüstung mit hatten, brachten wir diese gut unter, allerdings hätte uns eines der zwei 3-Personenzelte gereicht, da es nachts dermaßen abgekühlt hat, dass wir nur einmal beide Zelte aufbauten. Unsere Zelte haben wir vom Hofer/Aldi und sind damit wirklich sehr zufrieden. Sie haben bereits in Österreich einige Gewitter und Stürme überstanden und hielten auch diesmal gut durch.

Weiters hatten wir folgendes in unserem Gepäck fürs Campen:

  • Stirnlampen
  • Lichterkette – sehr angenehm wenn man auch nach Einbruch der Dunkelheit noch zusammen isst oder einfach den Abend genießt.
  • Gaskocher – leider fanden wir hier keine passenden Kartuschen in Amerika und mussten diese immer mit Klebeband befestigen
  • breites Klebeband!!!
  • Isomatten
  • dicke Schlafsäcke + Seiden- oder Baumwollinlett
  • Rettungsdecke – bewahrte uns vorm Erfrieren im Yosemite Nationalpark
  • Besteck
  • Becher – für Kaffee und Tee
  • Wasserflasche!!
  • Mokkakanne für den Gaskocher + Kaffee
  • großes und kleines Handtuch
  • evt. Polster

Folgendes kauften wir erst vor Ort

  • 4 Schüsseln – dadurch benötigten wir auch keine Teller mehr
  • Geschirr für den Gaskocher – Kosten etwa 10€

Das und noch viel mehr gibt es zum Beispiel bei Walmart.

Wir verzichteten komplett auf eine Kühlbox und haben diese auch nie vermisst. Wasserkanister kannst du ganz unkompliziert entweder am Campingplatz, in den Visitor Centern, im Hotel in San Francisco oder gegen eine kleine Gebühr in größeren Supermärkten und sogar an manchen Tankstellen wieder auffüllen.

Hier findest du meine Packliste:

  • ein bis zwei kurze Hosen
  • lange Hose
  • dünner Pulli/Weste
  • dicker Pulli/Weste
  • Regenjacke
  • warme Softshell- oder Daunen- bzw Kunstfaserjacke
  • T-Shirts
  • Kappe
  • Tuch
  • Bikini
  • dicke Socken
  • Laufschuhe oder Wanderschuhe
  • Trekkingsandalen
  • Birkenstock

Und das hatten wir in unserem Kulturbeutel:

  • Zahnbürste
  • Zahnpasta – am besten eine die ökologisch abbaubar ist!
  • Dr. Bronner´s – kann man für alles verwenden (zB als Shampoo, Duschgel, Geschirrspülmittel, …)
  • Insektenspray – dies haben wir nur ein einziges Mal verwendet
  • Hautcreme
  • Sonnencreme

Weiters kamen in meinen Rucksack meine Sonnenbrille, meine Kamera sowie mein kleines Stativ. Natürlich auch noch die ganzen Ladekabel, mein Handy und wir hatten kleine Boxen für Musik mit dabei.

Hier noch eine Liste der Dokumente, die du benötigst:

  • Reisepass (mindestens noch sechs Monate gültig)
  • Flugtickets
  • ESTA
  • internationaler Führerschein
  • EU Führerschein
  • Papiere für die Autovermietung

Ich hatte im Vorhinein eine amerikanische SIM-Karte besorgt, jedoch würde ich davon eher abraten. Sie ist nicht nur wahnsinnig teuer, man hat zudem in den Nationalparks außerordentlich selten Empfang. In jedem Nationalpark gibt es zudem ein Visitor Center oder ein Lokal mit kostenfreies WLAN. Auch bei all unseren Hotels war dies Standard.

Ganz wichtig und sehr hilfreich war für uns allerdings das Navigationssystem. Natürlich gibt es mittlerweile auch ganz viele sehr gute Apps wie zum Beispiel maps.me, jedoch waren wir sehr zufrieden mit dem Navi, in das wir ganz einfach auch die Koordinaten der Campingplätze eintragen konnten.

USA_Campingplatz Bryce Canyon

Temperaturen

Wie bereits erwähnt wurde es nachts in den Nationalparks immer richtig kalt. Lediglich auf Antelope Island und auf unserem letzten Campground herrschten angenehme Temperaturen.

Im Yosemite hatte es im August bei uns 3°C in der Nacht und untertags kletterten die Temperaturen auf 30°C. Am wärmsten war es im Death Valley und Las Vegas mit 40°C. Die Zeit verbrachten wir dort allerdings am Pool und im Shopping Center. Sonst lagen die Temperaturen meist zwischen 30 und 35°C untertags, wobei es an der Küste deutlich kühler ist. In San Francisco kann im Sommer auch mal eine lange Hose ganz angenehm sein. Vor allem am Abend kühlt es ziemlich ab.

Nachts sah es immer ganz anders aus. Hier lag unser Durchschnitt bei etwa 8°C. Meistens war dies in unseren dicken Schlafsäcken und mit Westen zu viert nebeneinandergekuschelt recht erträglich. Lediglich im oben erwähnten Yosemite war uns trotz Rettungsdecke kalt. Man muss hier dazu sagen, dass wir alle keine sonderlich dicken Schlafsäcke besitzen. Diesen würde ich vor der nächsten Reise unbedingt besorgen.

Campgrounds und Hotels

Da wir uns in der Vorbereitung nicht einmal auf eine Route, geschweige denn genaue Orte einigen konnten, reservierten wir lediglich das Hotel in Las Vegas sowie die Kayaks bereits aus Wien. Ich würde allerdings empfehlen auch das Hotel in San Francisco sowie in Los Angeles so früh wie möglich zu buchen, da hier die Preise beim kurzfristigen Buchen wesentlich teurer sind.

Der Vollständigkeit halber habe ich hier nochmals alle Hotels verlinkt. Alle hier aufgelisteten Hotels buchten wir über booking.com. Preise sind immer pro Zimmer für vier Personen.

  • Zion Suites of Hildale – kurzfristige Reservierung, saubere Zimmer, noch in Renovierung, 65EUR für eine Nacht
  • Desert Rose Resort – sauber, super freundliches Personal, eigene Küche, Pool, 130 EUR für zwei Nächte
  • Knights Inn – etwas eigenartiger Besitzer, sauber, sehr simpel, 450 EUR für drei Nächte
  • Ocean Palms Motel – sehr unfreundlicher Besitzer, wir durften den Pool nach dem Check-Out nicht mehr verwenden und auch das WLAN war gesperrt, 100 EUR für eine Nacht
  • Comfort Inn near Old Town Pasadena – freundliches Personal, gutes Frühstück, große Zimmer, sauber, 180 EUR für zwei Nächte

Hier habe ich auch alle Campingplätze nochmals für euch verlinkt. Alle waren entweder gratis Campgrounds oder auf firstcome-firstserve Basis.

  • vor dem Grand Canyon – nicht weit von einer großen Straße entfernt und gut zu erreichen
  • im Grand Canyon / Desert View Campground – sehr gute Lage, Grillstelle, 12 USD pro Nacht und Platz
  • Bryce Canyon – die beste Lage zum allerbesten Preis
  • Nahe Bishop / zwischen Death Valley und Yosemite Nationalpark – leider kamen wir hier erst nach Einbruch der Dunkelheit an und hatten Schwierigkeiten einen Platz zu finden
  • White Wolf Campground / Yosemite Nationalpark – Bärenkäfig, Grillstelle, 18 USD pro Nacht und Stellplatz
  • Los Padres National Forest / zwischen Pismo Beach und Los Angeles – etwas steile und holprige Straße, lediglich eine Ausbuchtung in einer Kurve, sehr schöner Blick über das Tal

Fahrtzeiten

Hier nochmal in aller Kürze:

  • Los Angeles – Joshua Tree Nationalpark: 3 bis 4 Stunden
  • Joshua Tree – Route 66 – Grand Canyon: 7 Stunden
  • Grand Canyon – Page: 2 Stunden
  • Page – Hildale: 2 Stunden
  • Hildale – Zion Nationalpark: 1 Stunde
  • Zion Nationalpark – Bryce Canyon: 2 Stunden
  • Bryce Canyon – Las Vegas: 4 Stunden
  • Las Vegas – Mammoth Lakes: 6,5 Stunden
  • Mammoth Lakes – White Wolf Campground: 2 Stunden (hier kann es bereits am späten Vormittag zu einem Stau bei der Einfahrt in den Nationalpark kommen)
  • White Wolf Campground – Glacier Point: 2 Stunden
  • White Wolf Campground – San Francisco: 7 Stunden (mit Umweg über May Lake 1/2 Stunde, bei der Einfahrt nach San Francisco gibt es quasi immer Stau)
  • San Francisco – Pismo Beach: 5 Stunden (mit Umweg über Carmel by the Sea, leider war als wir dort waren noch der Highway 1 gesperrt)
  • Pismo Beach – Los Padres National Forest: 2 Stunden
  • Los Padres National Forest – Los Angeles Hotel: 2 Stunden (mit Umweg über The Getty Villa, Stau nicht einberechnet)

Insgesamt legten wir 3500 km zurück.

Was nicht zu unterschätzen ist, ist gerade die Größe des Yosemite Nationalparks. Außerdem steht man in den Städten quasi ständig im Stau.

USA Karte

Essen und Trinken

In den USA ist es super unkompliziert Essen zu finden. Es gibt selbst in den Nationalparks immer Supermärkte. Diese verkaufen auch Feuerholz.

Natürlich gibt es auch überall jede Menge Fastfoodlokale, in welchen man für wenig Geld essen kann.

Auch die Anschaffung von Camping Zubehör ist unkompliziert, da man in den größeren Supermärkten und in den Nationalpark alles notwendige erhält.

Auch Wasserkanister kannst du fast überall auffüllen.

Unsere Highlights

Unser absolutes Highlight war die Übernachtung auf Antelope Island. Wenn man nicht weit fahren möchte, muss man lediglich geradeaus paddeln und landet etwa 10 Minuten später schon auf Antelope Island. Uns wurde empfohlen und auf der Karte eingezeichnet, noch ein Stück südlicher zu fahren. Dies machten wir auch und landeten in einer schönen Bucht. Es war ein absolut unvergessliches Abenteuer. Wir waren ganz alleine und tagsüber fuhren zwar ein paar Boote vorbei, doch in unserer Bucht konnten wir gemütlich entspannen.

Am nächsten Morgen sollte man früh auf, das Zelt einfach stehen lassen und in den Canyon hineinpaddeln. Dadurch, dass die Sonne am Morgen noch nicht so hoch steht, ist das Licht ausgezeichnet für wunderschöne Fotos.

Ein weiterer Tipp ist die Messe in der Glide Memorial Church in San Francisco. Wir waren am Sonntag in der 11-Uhr-Messe. Diese läuft jedoch nicht wie ein trockener Gottesdienst ab, sondern ist durch die Anspreche politischer und gesellschaftlicher Probleme sowie Gospel Gesang geprägt. Uns hat es sehr gut gefallen.

USA: Gospel Church Messe

Ausgaben

Nun zum vielleicht interessantesten aber auch unangenehmsten Teil einer Reise. Ich habe hier nochmals alle Kosten für dich zusammengefasst. Was wir ganz schon mühsam fanden, war, dass die Preise zu 90% ohne Steuern angegeben sind. Sogar in Kleidungsgeschäften!

  • Flug: ca. 750 EUR (direkt von Wien nach Los Angeles mit Austrian Airlines)
  • Auto: 1855 EUR (etwa 460 EUR pro Person)
  • Benzin:  etwa 200 EUR / 2,50 USD für 1 Gallone = 3,79 Liter
  • Hotels: ungefähr 1000 EUR (250 EUR pro Person)
  • Campingplätze: etwa 25 EUR  (6,25 EUR pro Person)
  • America the Beautiful Pass: 80 USD/ 68 EUR (17 EUR pro Person) (gilt pro Fahrzeug, für 1 Jahr)
  • Antelope Canyon: 8 USD Navajo Permit + 25 USD für die verpflichtende Tour – entspricht etwa 30 EUR
  • Essen: etwa 10-15 EUR pro Mahlzeit

Hier kamen noch die Ausgaben für’s Shopping und den Spa hinzu. Für das Pure Bliss Treatment zahlten wir 85 EUR pro Person im Olympic Spa.

Mit auf unserer Reise war der Reiseführer „USA und der ganze Südwesten“ von Reise-Know-How. Vor allem liefert er sehr ausführliche Informationen zu Campingplätzen und zur Wahl des Autos. Für uns definitiv ein guter Begleiter bei der Vorbereitung und auf der Reise.

Hast du noch eine Frage oder eine Anmerkung? Dann hinterlasse mir doch einen Kommentar oder schreib mir über das Kontaktformular.

Hier geht es weiter zu unserer Reise.

USA: Yosemite Glacier Point

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