USA Westküste – Roadtrip

Wenn vier Frauen auf Reisen gehen – dann ist es schwer alle Wünsche unter einen Hut zu bringen. Von Shopping bis Party, von Nationalpark zu Museum. Alles sollte auf unserem Westcoast Roadtrip dabei sein. In diesem Artikel nehme ich dich mit auf unsere Reise.

Die anderen drei reisen ein paar Tage vor mir an und übernehmen unser Auto. Dieses haben wir bereits aus Wien über STA Travel gebucht. Weitere Infos zum Auto, zum Visum, zu den Campingplätzen, der Ausrüstung und unseren Highlights findest du hier. Für meine drei Mitreisenden, Magdalena, Lara und Denise geht es die Küste Richtung Süden nach San Diego.

Am 14. August werde ich knapp vor Mitternacht am Flughafen in Los Angeles eingesammelt und unsere gemeinsame Reise beginnt. 19 Tage haben wir nun, um so viel wie möglich zu sehen. Dafür habe ich eine grobe Route zusammengestellt. Unser erstes Ziel heißt Joshua Tree Nationalpark. Geplant haben wir hier bereits auf einem Free Campground zu übernachten, doch da es schon dunkel ist und wir total fertig sind, entscheiden wir uns für ein Motel. Am nächsten Morgen geht es endlich los in unseren ersten Nationalpark. Wir machen ein paar Fotostopps und dann müssen wir auch schon weiter.

Unser heutiges Tagesziel: Grand Canyon! Doch zuvor wollen wir erst noch die bekannte Route 66 entlang.

Am Abend kommen wir dann an unserem ersten Campingplatz an. Wir entschieden uns vor dem Nationalpark auf einem gratis Campingplatz zu übernachten. Diese sind dank Navi und GPS Koordinaten gut zu finden und meist gut erkennbar. So geht unser erster Tag zu Ende.

USA: Free Campground vor dem Grand Canyon Nationalpark

Der nächste Tag startet bereits sehr früh, denn wir wollen unbedingt einen Platz auf dem Desertview Campground im Nationalpark bekommen. Hier heißt es, dass die Plätze im Sommer meist vor 10 Uhr bereits voll belegt sind. Wir sind um kurz nach 8 Uhr dort und da packen die meisten Leute gerade erst zusammen. So können wir uns einen freien Platz aussuchen und das Ticket am Automaten beim Eingang lösen. Auf vielen Campingplätzen ist der Aufseher nicht dauerhaft anwesend. Hier gibt es bei der Einfahrt eine genaue Liste was zu tun ist. Meistens muss man einen Zettel ausfüllen, den einen Teil beim gewünschten Platz aufhängen und den anderen Teil mit dem Geld (passend – Rückgeld gibt es nicht) in einem Kuvert in einen Briefkasten werfen.

Auf dem Weg zum Campingplatz haben wir bereits einige Abzweigungen zu Aussichtspunkten gesehen, welche wir uns am Weg zum bekannten Rim Walk anschauen wollen. Der Rim Walk selbst ist an beiden Enden ziemlich überfüllt, in der Mitte der Strecke sind wir allerdings auch alleine unterwegs. Viele scheinen nur ein kleines Stück zu gehen und dann zum Auto zurückzukehren.

Den Sonnenuntergang beobachten wir dann ganz entspannt quasi direkt vor der Haustür am Desert View Aussichtspunkt. Hier sind wir natürlich auch nicht alleine und so beschließen wir am nächsten Morgen zum Frühstück hierher zu kommen. Sowohl der Sonnenaufgang als auch der Sonnenuntergang sind von Desert View gut zu sehen.

An nächsten Tag geht es mit einem kurzen Zwischenstopp beim Horseshoe Bend weiter nach Page, wo wir eigentlich den Antelope Canyon besichtigen wollen. Leider sind die Tickets für den heutigen Tag bereits ausverkauft und so machen wir für den nächsten Nachmittag eine Reservierung. TIPP: unbedingt die Tickets vorher online reservieren!

USA_Horseshoebend

Weiter geht es zu unseren Kayaks, welche ich bereits vor einiger Zeit über das Internet reserviert hatte. Zur Auswahl gibt es auch Paddleboards, doch wir entschieden uns aus Kostengründen, wie auch aus Platzgründen für zwei Doppelkayaks. Sobald diese auf unserem Auto aufgeladen sind, geht es auch schon los!

Da wir auf Antelope Island zelten wollen, packen wir alle Sachen auf die Kayaks und kommen zum Glück sicher und halbwegs trocken eine halbe Stunde später in einer schönen Bucht an. Einziger Nachteil – es gibt keinen Schatten hier, aber die schöne Umgebung und die Ruhe, die vor allem abends einkehrt, wenn man dann wirklich komplett ungestört ist und keine Boote mehr fahren, entschädigen für alles. Bisher hatten wir nachts immer Temperaturen um 8 Grad und die haben wir auch hier erwartet, doch die dicken Sachen hätten wir uns ruhig sparen können.

Am nächsten Morgen heißt es wieder früh auf und ab in den Canyon. Wir sitzen bereits um kurz vor 7 in unseren Kayaks. Nach etwa einer Stunde machen wir eine Pause und drehen anschließend um. Die Fahrt hat sich definitiv gelohnt und ich empfehle diese auf jeden Fall am Vormittag, da es schnell sehr heiß wird und das Licht in der Früh am besten ist. Noch ein schnelles Frühstück, ein bisschen schwimmen und schon heißt es Sachen aufladen und zurückpaddeln. Zum Glück fällt auch hier nichts ins Wasser und zu viert schaffen wir es auch die Kayaks wieder aufs Autodach zu befördern.

Wir wären alle gerne länger geblieben und dieses Abenteuer ist eines meiner liebsten auf der gesamten Reise gewesen. Nur wenige Leute übernachten auf der Insel und so ist man hier wirklich komplett ungestört.

An Tag vier geht es weiter zum Antelope Canyon. Nach einer gefühlten Ewigkeit sind wir unten im Canyon und bereuen es, nicht mehr Wasser mitgenommen zu haben, denn es ist verdammt heiß um die Mittagszeit. Im Canyon selbst ist es zwar deutlich angenehmer, doch definitiv nicht für Menschen mit Platzangst geschaffen. Die Stunde verging sehr schnell und unser Guide war sehr nett, erzählte uns viel über die Geschichten der Einheimischen und deren Leben. Hier gibt es zwei Agenturen und wir entscheiden uns für Dixie Ellies. Die Preise der beiden sind identisch. Wir buchen die Lower Antelope Canyon Tour, da uns die Upper Antelope Canyon Tour zu teuer ist.

Uns hat es sehr gut gefallen und wir würden auch jedem empfehlen diese Führung zu machen. Ich könnte an dieser Stelle tausend Fotos hinzufügen, weil wir geschätzt auch so viele gemacht haben.

Nach drei Nächten im Zelt und ohne Dusche freuen wir uns heute mal wieder auf ein richtiges Bett. Verschlagen hat es uns hier nach Hilldale, ins Zion Suites of Hilldale.

Am fünften Tag gehen wir es etwas entspannter an und dies bereuen wir später noch, denn genau im Zion Nationalpark darf man nicht selbst mit dem Auto fahren und die Parkplätze direkt beim Eingang sind bereits alle besetzt, sodass wir schon in Springdale parken und von dort den Shuttle zum Nationalpark nehmen. Die Shuttles sind mit Nationalparkticket alle kostenlos, jedoch sollte man bedenken, dass gerade am Wochenende auch hier sehr viel los ist und man lange auf einen Platz im Shuttle warten muss. So kommen wir erst am Nachmittag bei der Endstation im Park an. Wir entscheiden uns für die Zion Narrows Wanderung, die auf einem normalen Weg beginnt und nach etwa einer halben Stunde Gehzeit im Fluss mündet. Von hier an heißt es weiter waten. Und das mit sehr vielen anderen Menschen.

Nachdem wir alle recht fertig sind, drehen wir nach etwa einer Stunde um und fahren zurück zum Auto. Wir wollen noch vor Einbruch der Dunkelheit auf unserem nächsten Free Campground ankommen, auf dem wir gleich für zwei Nächte unser Zelt aufschlagen werden. Diesen Campingplatz würde ich auf jeden Fall empfehlen. Er liegt direkt vor dem Eingang des Bryce Canyon! Man verlässt die Straße auf einen Feldweg etwa 5 Minuten vor den Toren des Nationalparks und stößt schnell auf viele Flächen und auch ab und zu auf andere Zelte.

Am folgenden Tag steht der Bryce Canyon am Programm. Nachdem wir gestern recht wenig gewandert sind, haben wir uns für heute mehr vorgenommen. Wir starten über den Navajo Trail, zweigen anschließend auf den Peek-A-Boo Loop ab und gelangen über den Rim Walk wieder zurück an den Start. Das ganze dauert vier Stunden und ist zwischendurch mal anstrengend aber sonst eine sehr angenehme Strecke.

Bevor es am nächsten Tag weitergeht machen Magdalena und ich noch einen kleinen Ausritt durch den Nationalpark.

Schließlich geht es nach Las Vegas. Hier haben wir schon aus Wien über booking.com das Hotel gebucht und wir lieben es! Am Abend schlendern wir nur kurz durch die Straßen, sind bald müde und gehen zurück ins Hotel.

Am nächsten Tag heißt es erstmal planen, wie es weiter gehen soll und ein Hotel für San Francisco muss gefunden werden. Ansonsten steht nicht viel auf dem Programm.

USA: Las Vegas

Am neunten Tag unserer Reise müssen wir uns von Las Vegas trennen und starten in Richtung Yosemite Nationalpark. Die Strecke teilen wir auf und so geht es am Nachmittag zuerst ins Death Valley. Um diese Tageszeit hat es dort sogar angenehme Temperaturen.

Anschließend müssen wir noch knapp 4 Stunden fahren und kommen erst bei völliger Dunkelheit mitten im Wald an. Leider landen wir genau an diesem Abend auf dem einzigen Campground mit sehr wenigen und schwer zu findenden Zeltflächen.

TIPP: Nie nach Einbruch der Dunkelheit einen Free Campground suchen!

Schließlich finden wir einen Platz, doch wirklich gut schlafen können wir nicht. So beschließen wir die nächste Nacht direkt im Yosemite zu verbringen und steuern hier als erstes Ziel den White Wolf Campground an. Auch dieser ist wieder auf first-come first-serve Basis und wir finden schnell einen Platz und verstauen nach dem Frühstück unsere Sachen im Bärenkäfig, einer großen Metallbox. Anschließend fahren wir ins Tal um Internet zu suchen, da wir noch immer kein Hotel für San Francisco haben. Dann machen wir noch einen kleinen Spaziergang zum Mirror Lake und fahren zum Sonnenuntergang hinauf zum Glacier Point. Hier hat man wirklich einen tollen Ausblick und die Auffahrt, sowie die zweistündige Rückfahrt lohnen sich!

An Tag elf wollen wir uns vor der anstehenden Fahrt nach San Francisco nochmal die Beine vertreten und machen eine kleine Wanderung zum May Lake. Wir packen unser Frühstück ein und kochen uns Porridge am See – unbeschreiblich schön! Mit einem Permit, welches man jedoch sehr weit im Voraus beantragen muss, kann man dort oben sogar zelten.

Auf der Fahrt müssen wir feststellen, dass das Hotel in San Francisco keine Buchung von uns erhalten hat und auch kein Zimmer mehr frei ist. So buchen wir das nächstbeste und vor allem günstigste auf booking.com. Diesmal klappt die Buchung und so landen wir am Abend im Knights Inn.

In San Francisco und können uns mal von den Fahrten erholen und müssen zwei Tage nicht ins Auto steigen. Das öffentliche Verkehrsnetz in San Francisco ist sehr gut ausgebaut und mit unseren MUNI Karten kommen wir auch gut zurecht. Diese bekommt man fast überall zu kaufen und kosten 3 EUR pro Stück. Anschließend lädt man sich einen belieben Betrag als Guthaben darauf. Eine Fahrt in San Francisco kostet 2,50 USD.

Wir unternehmen eine Free Walking Tour durch Chinatown und kosten uns gleich mal durch diverse gefüllte Teigtaschen. Wir besuchen außerdem eine Fabrik für Glückskekse. Hier kann man auch selbst welche gestalten. Man schreibt die Nachricht auf einen Zettel und der wird anschließend im Teig verpackt.

Den nächsten Tag nutzen wir für einen Spaziergang am Pier entlang und fahren am Nachmittag in den Golden Gate Park. So vergehen die Tage sehr schnell und bald müssen wir uns verabschieden und weiterfahren.

Eigentlich haben wir vor nur noch kurz zu einem Aussichtspunkt auf die Golden Gate Bridge zu fahren, verpassten jedoch die letzte Abfahrt und landen somit auf der Brücke, welche allerdings (wie fast immer) sowieso im Nebel liegt. Richtung Norden ist die Überquerung kostenlos. Hast du allerdings vor Richtung San Francisco zu fahren kannst du dich hier mit deinem Kennzeichen anmelden. Dies kannst du auch nachträglich machen. Jedes Mal wenn du die Brücke nun überquerst, wird deine Kreditkarte belastet.

Schließlich geht es die Küste entlang Richtung Los Angeles. Nach einem kurzen Stopp in Carmel by the Sea beschließen wir den restlichen Weg bis zu unserem Hotel in Pismo Beach über die 101 anstatt den ohnehin gesperrten Highway 1 zu fahren. Durch einen Erdrutsch musste dieser gesperrt werden und ist in beide Richtungen nur als Sackgasse befahrbar. Von Süden kommend muss man nach 45 Minuten umdrehen und den gleichen Weg wieder retour fahren. Von Norden versuchen wir erst gar nicht wie weit man kommt, sondern wählen den schnelleren allerdings wahrscheinlich nicht so schönen Weg über die 101.

USA: Charmel by the Sea

Den nächsten Tag wollen wir unbedingt am Strand verbringen, doch die ersten Stunden sitzen wir erstmal eingepackt in dicke Pullover im Sand, bis die Sonne sich endlich gegen die Wolken durchsetzt. Anschließend spazieren wir noch ein bisschen durch den kleinen Ort und machen uns schließlich auf den Weg zu unserem letzten Free Campground. Dieser liegt nicht im Wald, sondern war eine Ausbuchtung auf einer Straße, die durch den Los Padres National Forest bergauf führt. Durch eine Feuerstelle war klar, dass man hier auch zelten darf.

So haben wir einen wunderschönen Ausblick und können auch die letzte Nacht im Zelt nochmal richtig genießen!

An Tag sechzehn geht es zu unserem letzten Stopp auf dieser Reise – Los Angeles. Das Hotel haben wir bereits in Las Vegas gebucht und so können wir noch gemütlich einen Halt bei der Getty Villa (gratis Tickets online buchen!) machen bevor wir anschließend ganz Los Angeles durchqueren und unterwegs noch für ein Foto am Rodeo Drive Halt machen und schließlich in unserem Hotel nahe Pasadena ankommen.

Am nächsten Tag wählen wir aus all den Möglichkeiten, die sich uns in LA bieten, den  Korean Spa aus (und Magdalena die Museen). Wir suchen lange nach dem besten Spa und für uns haben wir den gefunden. Der Olympic Spa sprach uns am meisten an und wir wählten das Pure Bliss Treatment – man gönnt sich ja sonst nix!

Noch ein letztes Abendessen und am nächsten Morgen geht es dann auch schon ab zum Flughafen.

USA: Wir und unser Auto

Hier geht es weiter zu unseren Roadtrip FAQ.

 

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