Jordanien – Unterwegs auf dem Jordan Trail

Der Jordan Trail führt einmal von Nord nach Süd, also von Umm Qais bis Aqaba. Unterwegs kann man das kleine, jedoch vielfältige Land näher kennen lernen.

Wir entschieden uns für zwei Abschnitte – zum einen den nördlichsten Part von Umm Qais nach Adjloun und zum anderen den Teil von Dana nach Petra. Der Abschnitt von Dana nach Petra wurde von National Geographic auch zu einer der schönsten Wanderungen weltweit gekrönt.

Wer die komplette Strecke erwandern möchte, muss mit etwa 40 Tagen Gehzeit rechnen. Einmal jährlich findet der sogenannte Thru-Hike statt. Hier kann man in einer Gruppe entweder nur Teile oder den kompletten Weg wandern.

Hier findest du auch alle notwendigen Informationen zur Vorbereitung auf deine Reise, wie GPS Daten, Karten, Informationen zu den jeweiligen Etappen und eine Ausrüstungsliste. Ich habe diese auch nochmals in diesem Beitrag zusammengefasst.

Lade dir am Besten eine App (z.B. GPX Viewer) und die GPX Karte bereits im Vorfeld herunter.

Von Umm Qais nach Adjloun

Mit dem lokalen Bus ging es von Amman über Irbid nach Umm Qais wo wir gegen 13:00 ankamen. Nach einer kurzen Besichtigung machten wir uns auf den Weg zu unserem ersten Camp in Makhraba.

Tag 2 Guten Morgen

Die 14 km sind größtenteils einfach zu gehen, jedoch mit ein paar steileren Abschnitten zwischendurch. Der Weg ist sehr gut beschrieben und zwischendurch begegneten uns immer wieder Hirten mit ihren Tieren.

Auf der Jordan Trail Seite ist dieser Weg in einem Eintrag mit unserem zweiten Tag (bis Ziglab) vermerkt. Das Wasser solltest du am besten bereits in Amman kaufen oder in Umm Qais im Ort und nicht bei den Ruinen aussteigen. Dort gibt es zwar Wasser zu kaufen, jedoch zu sehr hohen Preisen. Unterwegs entdeckten wir keine Wasserstelle und auch am nächsten Morgen mussten wir in dem kleinen Ort Zabda recht lange suchen. Hier gibt es unserer Erfahrung nach keinen Shop, um Wasser zu kaufen. Uns wurde schließlich von Kindern geholfen, welche uns zu sich nach Hause brachten, wo wir unsere Flaschen auffüllen konnten.

Weiter ging es am folgenden Tag nach Ziglab ins Eco Camp. Der Weg ist generell sehr einfach, bei Sonnenschein jedoch wenig geschützt. Rund um das Eco Camp haben wir keine Schlafmöglichkeit gefunden und zahlten somit 10 JOD für die Übernachtung und belohnten uns auch mit einem warmen Abendbuffet. Hier ist auch die nächste Möglichkeit Wasser aufzufüllen. Du kannst hier auch Wasser kaufen, solltest du das Leitungswasser nicht selbst desinfizieren wollen.

Hier findest du weitere Informationen.

Tag drei führte uns nach Pella, wo wir zwar bereits mittags ankamen, aufgrund der schweren Rucksäcke jedoch auf die weitere Strecke nach Beit Idis am heutigen Tag verzichteten. Hier gibt es ein Stück einen Hang oder die Straße hinauf ein Tourist Restaurant. Die Leute hier waren sogar so freundlich, dass wir auf der Terrasse des noch nicht bezugsfertigen Hotels unser Zelt für die Nacht aufstellen durften.

Deine Wasserflaschen kannst du hier ebenfalls auf dem WC auffüllen oder neue kaufen. Es gibt in der Nähe von Pella auch einen kleinen Ort Namens Tabqat Fahel, wo sich einige Shops befinden sollten.

Die letzten 10 km nach Beit Idis waren steil und anstrengend, wurden jedoch belohnt. Zum einen weil wir in dem kleinen Ort bei einer Familie zum Essen eingeladen wurden und zum anderen weil der Weg nach Beit Idis Richtung Rasoun in einen kleinen „Wald“ führt, wo man sehr schön campen kann.

Wenn du ebenfalls in den Birgish Mountains campen möchtest, folge der Route raus aus dem Ort, Richtung Rasoun. So legst du bereits den ersten Kilometer der nächsten Etappe zurück. Beit Idis querst du auf dem Weg eigentlich nicht, um Wasser und gegebenenfalls Vorräte aufzufüllen, lohnt sich dieser Umweg jedoch.

Hier findest du alle Informationen zu unseren Tagen 3 und 4.

Nun fehlten uns nur noch zwei Tage. Der Weg bis Rasoun ging sehr gut, sodass wir sogar noch etwas weiter bis in den kleinen Ort Orjan gingen. Da wir keine geeigneten Campingplätze finden konnten, hielten wir bei einem Homestay und fragten nach. Der Sohn der Familie war sehr freundlich und erklärte uns, dass wir gleich auf der anderen Straßenseite unser Lager aufschlagen konnten. Da die Familie auch ein Restaurant betrieb, blieben wir noch zum – wirklich sehr guten – Abendessen.

Wasser solltest du bereits in Beit Idis aufgefüllt haben, da es auf dem Weg nach Rasoun keine Möglichkeiten gibt. Weitere Informationen zu diesem Abschnitt findest du hier.

Tag 5 Auf dem Weg nach Rasoun

Auf nach Adjloun! Fast hätten wir nach einem Bus gesucht, da der Regen immer wieder stärker wurde, doch am Ende hielten wir durch und kamen bereits um 11:00 in Adjloun an.

Der Abschnitt zwischen Rasoun und Adjloun ist fast ausschließlich sehr einfach zu begehen und auf guten Wegen. Einzig ein Stück durch einen kleinen Wald bergauf ist etwas schwieriger. Dennoch ein sehr angenehmer Tag und ein schöner Abschluss für diese Etappe. Wasser und Lebensmittel kannst du in Rasoun, Orjan oder Baoun aufstocken. Weitere Informationen findest du hier.

Es bietet sich ein Abstecher in den Adjloun National Forest an, welcher über den sogenannten Soaphouse Trail von Orjan aus zu erreichen ist.

Von hier ging es mit dem Bus nach Jerash und dort nach der Erkundung der Ruinen endlich unter eine wohlverdiente Dusche.

Tag 6 Unser Ziel - Adjloun

Von Dana nach Petra

Nachdem wir auf dem ersten Abschnitt mit etwa 20 kg pro Person unterwegs waren und trotz der geringen Strecken und Höhen ziemlich erschöpft waren, ließen wir einiges an Gepäck bereits in unser Hotel in Petra bringen und waren nun mit 8-10 kg pro Person unterwegs. Mit so wenig Gepäck geht es sich deutlich leichter und so meisterten wir die erste Etappe von Dana nach Wadi Malaga in 5,5 Stunden. Der Weg geht hier Anfangs steil und in Serpentinen bergab und anschließend weitgehend eben und auf gut sichtbaren Wegen dahin.

Unterwegs trafen wir auch andere Wanderer aus Deutschland, welchen wir auf dem Weg nach Petra noch öfter begegnen sollten.

Während im nördlichen Teil noch Markierungen entlang des Weges zu finden waren, musste man sich nun auf sein GPS verlassen. Uns wurde von allen Seiten geraten, einen Guide zu nehmen, doch meisterten wir auch diesen Abschnitt des Jordan Trails alleine. Wer jedoch nicht pausenlos aufs GPS schauen möchte oder sich nicht allzu oft verlaufen möchte, dem würden wir zu einem Guide raten.

Tag1 Camp in Wadi Malaga

ACHTUNG: Neben den Markierungen fehlen auch die kleinen Orte auf dem Weg und so wird Wasser zum wichtigsten Gut der Wanderung. Dieses muss man sich auf dem 4-tägigen Trekking gut einteilen, denn Auffüllmöglichkeiten gibt es nur in der Feynan Ecolodge (auf dem Weg von Dana nach Wadi Malaga, Tag 1), bei Ras al-Feid (Ende Tag 2) sowie in Little Petra (Ende Tag 3). Die weiteren Camps oder Quellen waren bei unserer Reise Anfang April nicht vorhanden!

Am heutigen, dem zweiten Tag gibt es keinen klaren Weg und du folgst den Vormittag über der Gebirgsflanke zu deiner Linken. Anschließend führt der Weg in eine Schlucht hinein und steil bergauf, bis du den Berg erklommen hast. Anschließend geht es auf der anderen Seite des Bergkamms wieder bergab, bis man schließlich zur sehnlichst erwarteten Quelle kommt. Dem Fluss musst du einige Zeit lang folgen und immer wieder auf Steinen balancieren.

Da wir keinen schönen Zeltplatz am Fluss gefunden haben, machten wir uns auf und legten die ersten 3 km des nächsten Tages noch am Nachmittag zurück. Diese führen steil an einer Flanke hinauf. Oben angekommen findest du viele Zeltmöglichkeiten, welche jedoch alle ungeschützt sind, wodurch wir in der Nacht mit dem Wind zu kämpfen hatten.

Tag2 Unser Camp

Am nächsten Tag ging es auch schon nach Little Petra. Hier merkt man, dass man den großen Sehenswürdigkeiten näher kommt, da immer mehr Touristen und auch größere Wandergruppen deinen Weg kreuzen werden. In Little Petra selbst ist es nicht möglich wild zu campen und streng genommen ist dieses auch im Wadi vor dem Eingang nach Little Petra untersagt. Hier wird dich allerdings, wenn du nicht genau vor dem Eingang campst, niemand finden.

Nur noch ein paar Stunden bist du nun von Petra entfernt, doch über den Hintereingang gelangst du nur mit gültigem Ticket. Am einfachsten ist es also, wenn du dir bereits im Voraus einen Jordan Pass besorgst. Nach einem letzten Anstieg und dem darauf folgenden Abstieg stehst du endlich vor dem Monastery, einem der größten Bauwerke Petras.

Du hast es geschafft und kannst nun entspannt den restlichen Tag für erste Besichtigungen in Petra nutzen. Über 800 Stufen gelangst du hinab zu weiteren Sehenswürdigkeiten und schließlich zum Treasury.

Hier findest du den Artikel zu unserer kompletten Route sowie einigen Tipps rund um eine Jordanien Reise.

Tag4 Ankunft in Petra
Vor dem Monastery

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s