Unterwegs auf dem West Highland Way – Tipps für deine Wanderung

Nach unseren mehrtägigen Wanderungen in Jordanien, ließ uns die Vorfreude zu neuen Abenteuern nicht mehr los. Wir wollten wieder los, wieder wandern, wieder frei unterwegs sein. Tief eintauchen in die Natur.

So ging es in den Osterferien 2019 nach Schottland. Eine Woche stand uns hier für den West Highland Way zur Verfügung. 7 Tage – 154km von Milngavie nach Fort William.

Genaue Abschnitte hatten wir nicht geplant, denn noch nie sind wir so viele Kilometer am Stück gewandert. In Jordanien waren es je 80km. Doch davon ließen wir uns nicht unterkriegen. Auch hier wollten wir, im Gegensatz zu den meisten Wanderern die wir unterwegs trafen, mit unserem gesamten Equipment unterwegs sein. So konnten wir flexibel bleiben.

Schafe waren unser ständiger Begleiter

Der erste Tag führte uns bis über Drymen hinaus. Da wir noch frisch waren legten wir ganze 26km zurück und schlugen unser Zelt zwischen Drymen and Conic Hill auf. Dies war eine gute Entscheidung denn auf dem Conic Hill Summit wehte am kommenden Morgen ordentlicher Wind.

Weiter ging es an Tag zwei hinunter nach Balmaha, wo wir unsere Trinkwasservorräte auffüllen konnten. Anschließend führt der Weg entlang Loch Lomonds. Hier gibt es zwischen 1.März und 30.September einige für Camping gesperrte Zonen. Diese endet in Rowardennan und ist auch markiert. Wenn du hier campen möchtest musst du dir im Voraus ein Permit beschaffen. Dieses kostet derzeit nur 4 Pfund pro Zelt und ist in ausgeschriebenen Plätzen gültig. Weitere Informationen siehe weiter unten.

unser Wegbegleiter für zwei Tage

Wir waren hierfür allerdings zu spät dran und entschieden uns daher bis aus der geschützten Zone hinaus zu wandern. Da wir bald einen Platz an einem Fluss fanden endete unser zweiter Tag nach 22km. Generell suchten wir ab dem zweiten Tag immer nach Plätzen nahe von Flüssen, um Wasser zum abwaschen, zum kochen und zum Tee machen zu haben und nicht alles mittragen zu müssen.

Tag Drei sollte unsere längste Etappe werden, denn ganze 28km legten wir zurück. Es ging über Inversnaid und Inverarnan bis nach Crianlarich. Wasser ist auch hier kein Problem. Die gesamte Strecke im Loch Lomond Nationalpark verfügt über viele Orte oder Gästehäuser, wo man ganz unkompliziert seine Trinkflaschen auffüllen kann. Zudem gibt es auch mindestens eine Übernachtungsmöglichkeit pro Tag, sollte man nicht mit Zelt unterwegs sein. Wir beschlossen hier nicht bis Crianlarich hineinzugehen, sondern im Wald westlich davon zu zelten. Wasser hatten wir dank eines Bächleins wieder zur Verfügung.

Weiter ging es an Tag 4 nach Inveroran. In Tyndrum ist der letzte Supermarkt vor Kinlochleven. Es gibt jedoch unterwegs, in Inveroran und Kingshouse, Hotels wo man auch Essen kann, wenn man nicht selber kochen möchte oder die Vorräte ausgehen.

Der kommende Tag sollte laut Wetterbericht der erste und einzige Regentag werden und so kam es auch. Auf dem Weg nach Kingshouse nahm der Regen immer mehr zu und die Sicht wurde zunehmend schlechter. So wurde das schöne Hotel in Kingshouse Treffpunkt der meisten Wanderer, welche ins Trockene flüchteten.

Durch den anhaltenden Regen und die schlechte Sicht beschlossen wir unseren Tag hier zu beenden. Dies war eine gute Entscheidung, denn am kommenden Tag lichteten sich die Wolken immer mehr und wir konnten die umliegenden Berge nun auch erkennen.

hier beschlossen wir für eine Nacht zu bleiben

Der nächste Abschnitt ging über „Devils Staircase“ bis nach Kinlochleven. Dieser Abschnitt wurde seinem Namen unserer Meinung nach absolut nicht gerecht. Zwar ist dies der Abschnitt mit den meisten Höhenmetern auf kurzer Distanz, doch die vielen Serpentinen machen einen angenehmen Aufstieg möglich.

vor dem Aufstieg zu Devils Staircase

Der letzte Tag führte uns dann von Kinlochleven nach Fort William. Da wir uns unsicher waren, wie lange wir wohl für die verbleibenden 22km brauchen würden, buchten wir den späten Zug zurück nach Edinburgh. So hatten wir schlussendlich den gesamten Nachmittag im sehenswerten kleinen Örtchen. Dank schönem Wetter konnten wir entspannt im Park picknicken und unseren Füßen eine wohlverdiente Pause gönnen.

unser wohl schönster Campingplatz

Fazit: 154km und Devils Staircase klangen schlimmer als es war. Natürlich gab es zwischendurch anstrengende Abschnitte, doch im großen und ganzen ist es ein einfacher und gut zu machender Wanderweg. Zudem muss man sich keine Sorgen um die Navigation, Wasser oder sonstige Vorräte machen. All dies waren wir deutlich anders aus Jordanien gewöhnt.

Fast am Ziel

Tipps und Links

Alle wichtigen Informationen rund um den Weg, die An- und Abreise findest du hier.

Informationen zu den Permits für den Loch Lomond Nationalpark erhältst du hier.

Egal zu welcher Jahreszeit du vor hast diesen Weg zu beschreiten, nimm genügend warme Schichten mit. Im April waren wir teilweise noch mit Handschuhen, Haube und Daunenjacke unterwegs. Auch eine Schiunterwäsche ist ratsam.

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